Unsere nächsten Projekte:                                                             /projekt/images/VDKC_Logo_100x23_RGB.jpg

06. November 2018, 19:30 h, Mediathek Oberkirch - Eintritt frei

 

Werkeinführung in "A Child of Our Time"

durch Gerhard Möhringer-Groß

Experte für Moderne Klassik des 20. und 21. Jahrhunderts, Komponist sowie langjähriger Leiter des Offenburger Ensembles

 

Kompetente Beleuchtung der Hintergründe und anschauliche Erläuterung der Komposition mit Hörbeispielen

 

10. November 2018, 18:00 h

Kirche St. Sebastian, Oberkirch-Nußbach

(zum 80. Jahrestag der Reichsprogromnacht)

 

A Child of Our Time

Oratorium von Michael Tippett

(1905 - 1998)

und

Agnus Dei

Komposition von Samuel Barber

(1910 - 1981)

 

- Kammerchor Oberkirch e.V.

 

- Ortenauer Kammerorchester

 

- Ursula Bengel, Künstlerische Begleitung

 

- Gesangssolisten:

   Claudia Patacca - Sopran

   Anja Jung - Alt

   André Post - Tenor

   Pierre Mak - Bass 

 

Gesamtleitung:

Dorothee Wiedmann

 /projekt/images/HandzettelTippettmW.JPG

    

 

/projekt/images/Logo_InnovationsFondsKunstBaWue_RGB.jpg

 

Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft,

Forschung und Kunst Baden-Württemberg

 

Kartenbestellung möglich unter

kammerchor-oberkirch@gmx.de

 

 „A Child of Our Time“  erzählt von Tod, Vertreibung, Flucht.

Mit vielfältigen musikalischen Mitteln von Spirituals bis zu komplexen rhythmischen Abschnitten beschreibt es die anonymisierte Geschichte des 17-jährigen Juden Herschel Grynszpan, der am 7. November 1938 den deutschen Botschaftssekretär Ernst von Rath in der deutschen Botschaft in Paris erschossen hat, was den Nationalsozialisten einen willkommenen Vorwand für eine das ganze Land überziehende Welle antisemitischer Gewalt, die Novemberprogrome lieferte.

 

Inhaltlich ist dieses Werk heute  genauso brisant  wie zur Zeit seiner Entstehung 1939. Soziale Ungerechtigkeit, Gewalt und Zerstörung sind allgegenwärtig.

 

Die Vergleichbarkeit  wird unterstrichen durch Bildprojektionen und Rezitationen, vorgetragen von Flüchtlingen und Zeit- zeugen des 2. Weltkrieges. Die Bearbeitung der Problematik mittels Musik, Literatur und visuellen Effekten, eröffnet neue Möglich- keiten der Sensibilisierung für eine integrative, pluralistische und humane Gesellschaft in unserer Region.

 

Tippetts A Child of Our Time ist eine Mahnung zu Toleranz, Humanität und Gerechtigkeit.

 

/projekt/images/Notenbuch Tippett.jpg

 

Das Konzertprojekt "A Child of Our Time" aktuell  in der Presse:

Baden Online / Acher-Rench-Zeitung 30.10.2018

Der Konzerttermin rückt näher, der Kammerchor Oberkirch hat gerade wieder ein intensives Probenwochenende hinter sich. Am 10. November ist Premiere für »A Child of Our Time«. 
 

 »Der Chor will wirklich etwas sagen!". Mit Nachdruck betont Gabriele Wiedmann das Anliegen des Kammerchors Oberkirch, der in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Konzert aufwartet. Das Oratorium »A Child of Our Time« von Michael Tippett beschreibt die anonymisierte Geschichte des 17-jährigen Juden Herschel Grynszpan, der am 7. November 1938 den deutschen Botschaftssekretär Ernst von Rath in der deutschen Botschaft in Paris erschossen hat, was den Nationalsozialisten einen willkommenen Vorwand für eine das ganze Land überziehende Welle antisemitischer Gewalt, die Novemberpogrome lieferte. 

Ein schweres Stück und doch wichtig, so jedenfalls sehen es die 55 aktiven Mitglieder des Kammerchors, die sich wieder einmal zur intensiven Probearbeit am Wochenende eingefunden hatten. Der Gesang klingt durch die geschlossene Tür und zeugt schon hier von einer ungewöhnlichen Tiefe. »Rhythmisch war das schon sehr gut!«, lobt die Chorleiterin und »Ja, wir nähern uns!«.
 Bald wird es den ersten Auftritt mit dem Ortenauer Kammerorchester mit Michael Klett als Konzertmeister geben. Mit Claudia Patacca (Sopran), Anja Jung (Alt), André Post (Tenor) und Pierre Mak (Bass) werden zudem vier hochkarätige Solisten die anspruchsvollen Solopartien übernehmen. 

Bildprojektionen und Rezitationen unter der Regie der Schauspielerin Ursula Bengel, vorgetragen von Flüchtlingen und Zeitzeugen des 2. Weltkrieges, werden das Oratorium in der Kirche St. Sebastian in Oberkirch-Nussbach untermalen. 

Möglich wurde das Konzert durch Fördermittel des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Das Ministerium hatte dieses Oberkircher Projekt anlässlich des 80. Jahrestag der Reichspogromnacht ausgewählt unter vielen Bewerbern. 

»Zwei Angststellen haben wir jetzt bewältigt! Sehr sehr gut!«, kommt es von Dorothee Wiedmann aufmunternd, nachdem immer und immer wieder ein kurzer Part bearbeitet worden ist.

 

Text und Bild: Regina de Rossi

/projekt/images/Probenwochenende Marienfried Okt.2018.jpg

 

 

Man ist sichtlich ganz dabei und wagt sich nun in die dritte, schwierige Passage: »The Terror!«. Ein Titel wäre nicht notwendig gewesen, denn Bedrohlichkeit, Angst, Verwirrung, all das werfen die Stimmen in den Raum. »Burn down their houses!« (Brennt die Häuser nieder) – man ist gefangen in der Emotion, und die Frage wird laut: »Wie geht man um mit einem Stück, das so gewichtig ist, so prägnant?«

 »Man nimmt vieles mit nach Hauses«, kommt es aus den Reihen der Sängerinnen und Sänger, Nachrichten, aktuelle politische Geschehnisse, wie in Chemnitz etwa, deuteten an, dass man nichts gelernt habe, meinen sie. Herausfordernd sei es, und es werde auch den Zuhörern etwas abverlangen, sind sie überzeugt. Andererseits entstehe ein Prozess, haben sie festgestellt.  Anhalten, aufhalten durch Erkennen und schließlich gewünscht versöhnlich wirkend. 

Einführung mit Musik

So darf die Musik, die hier mit vielfältigen musikalischen Mitteln und Formen, mit Spirituals und Gospels agiert, als Befreiung, als Wegweiser hin zu mehr Toleranz, Humanität und Gerechtigkeit  dienen. Das ist jedenfalls der Wunsch des Chores.
Das Konzert hat am Samstag, 10. November, 18 Uhr, in der Kirche St. Sebastian in Nussbach Premiere, doch bereits am Dienstag, 6. November, 19.30 Uhr, gibt es eine Einführung. Gerhard Möhringer-Gross, Komponist und Leiter unter anderem des Offenburger Ensembles, gibt in der Mediathek Oberkirch eine Werkeinführung in »A Child Of Our Time« mit Erläuterungen zu Hintergründen und Kompositionen mit Hörbeispielen. Der Eintritt dazu ist frei.

 

Baden online / Acher-Rench-Zeitung 30.06.2018

 

»A Child Of Our Time« heißt das Oratorium von Michael Tippett, das der Kammerchor Oberkirch derzeit einübt. Chorleiterin Dorothee Wiedmann  ist stolz darauf, dass das Projekt zum 30-jährigen Bestehen des Chores vom »Innovationsfond Kunst« gefördert wird.

Die Fester hoch oben in der Realschule in Oberkirch sind weit geöffnet. Es ist heiß an diesem Abend. Die vierzig Männer und Frauen in diesem Klassenzimmer, das als Proberaum genutzt werden darf, sind dennoch hoch konzentriert. Die Sitzordnung ist der jeweiligen Stimmlage angepasst. Die Aufmerksamkeit der Anwesenden gilt der Dame am Flügel, Dorothee Wiedmann.  »Schaut, hier müsst ihr aushalten, dort dürft ihr in die Tiefe gehen, Spannung erzeugen.« Sie deutet auf ein Notenblatt, eingefasst in ein dickes Buch. Der Titel: »A Child Of Our Time« – ein Kind unserer Zeit. 

Damit widmet sich der Kammerchor Oberkirch zu seinem 30-jährigen Jubiläum einem brisanten Thema und stellt sich auf die Seite bürgerlichen  Engagements für aktive Demokratie, Flüchtlingsintegration und gegen nationale Abschottung. 

Innovationsfond für Kunst

Dorothee Wiedmann hat die musikalische Leitung des gemischten Kammerchors Oberkirch inne, dem rund 55 Mitglieder im Alter von 17 bis 75 Jahren angehören. Mit dem aktuellen  Projekt sollen neue Wege beschritten werden. »Wir haben es hier nicht nur mit außergewöhnlicher Musik und mit einem sehr nahen und dichten Thema eines Oratoriums zu tun, durch die Konzeption an sich wird dieses Projekt des Kammerchors Oberkirch schon zu einem Abend, der sich vom konventionellen Konzert- und Chorbetrieb mit Sicherheit sehr abheben wird«, verspricht Wiedmann.

Der Chor hatte für das Oratorium von  Michael Tippett einen Antrag auf Projektförderung bei dem »Innovationsfond Kunst Baden-Württemberg« des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst gestellt. »Wir haben als eine der wenigen künstlerischen Laiengruppen das Interesse geweckt und bekommen neben großen Adressen wie dem Staatstheater Karlsruhe den vollen Förderzuschuss bewilligt«, freut sich die erste Vorsitzende des Kammerchors Oberkirch. »Wir wollen mit diesem Stück deutlich Stellung beziehen, wollen die Themen Vertreibung, Flucht, Terror durch die Musik und natürlich durch die Worte von Ursula Bengel und den Mitwirkenden unserem Publikum nahebringen.« 


Text und Bild: Regina de Rossi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bach und Gospels
Ursula Bengel, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin, wird dieses musikalische Werk mit Rezitationen umrahmen. Sie wird dabei Flüchtlinge und Zeitzeugen des 2. Weltkrieges aus der Region zu Wort kommen lassen. Auch die Orchesterzusammensetzung zeigt die Diversität des Gesamtprojekts, ein Laienorchester mit  Musikern aus der Region, aus Frankreich und Teilen eines syrischen Flüchtlingsorchesters.

Das Oratorium des englischen Komponisten  Michael Tippett (1905–1998), entstanden in den Jahren 1939 bis 1941, bezieht sich auf den Titel des gleichnamigen Romans von Ödön von Hovarth, der 1938 erschien. Die großen Passionen von Johann Sebastian Bach,  Händels Messias, aber auch Gospel-Traditionen aus Amerika fließen in das Gesamtwerk Tippetts ein, und dieser nur kurze Besuch der Proben in einem Klassenzimmer lässt erahnen, dass hier ein schweres, gewaltiges und vor allem wichtiges Thema behandelt und musikalisch wertvoll aufbereitet wird. »Wir erinnern im historischen Kontext daran, dass viele Deutsche vor achtzig Jahren ebenso  verzweifelt im Ausland um Asyl bitten mussten, wie heute viele Menschen bei uns«, verweist Chorleiterin Wiedmann auf die gegenwärtige Flüchtlingssituation und -debatte. 
Die Aufführung ist für den 10. November 2018, dem 80. Jahrestag der  Reichspogromnacht, in Oberkirch vorgesehen.

 

 

/projekt/images/IMG_3300Aus.jpg

 Probenwochende 24. Juni 2017 Aula Hauptschule Oberkirch / Garten Familie Heinrich

 

                                                                                                Foto: Gabriele Wiedmann

Mehr Informationen, Fotos und Presseberichte zu allen unseren bisherigen Konzerten und Aktivitäten finden Sie auf der Seite "Chronik"

 (jüngste Ereignisse jeweils ganz unten auf der Seite)