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10. November 2018, 18:00 h

Kirche St. Sebastian, Oberkirch-Nußbach

(zum 80. Jahrestag der Reichsprogromnacht)

 

A Child of Our Time

Oratorium von Michael Tippett

(1905 - 1998)

und

Agnus Dei

Komposition von Samuel Barber

(1910 - 1981)

 

- Kammerchor Oberkirch e.V.

 

- Ortenauer Kammerorchester

 

- Ursula Bengel, Künstlerische Begleitung

 

- Gesangssolisten:

   Claudia Patacca - Sopran

   Anja Jung - Alt

   André Post - Tenor

   Pierre Mak - Bass 

 

Gesamtleitung:

Dorothee Wiedmann


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Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft,

Forschung und Kunst Baden-Württemberg

 

 „A Child of Our Time“  erzählt von Tod, Vertreibung, Flucht.

Mit vielfältigen musikalischen Mitteln von Spitituals bis zu komplexen rhythmischen Abschnitten beschreibt es die anonymisierte Geschichte des 17-jährigen Juden Herschel Grynszpan, der am 7. November 1938 den deutschen Botschaftssekretär Ernst von Rath in der deutschen Botschaft in Paris erschossen hat, was den Nationalsozialisten einen willkommenen Vorwand für eine das ganze Land überziehende Welle antisemitischer Gewalt, die Novemberprogrome lieferte.

 

Inhaltlich ist dieses Werk heute  genauso brisant  wie zur Zeit seiner Entstehung 1939. Soziale Ungerechtigkeit, Gewalt und Zerstörung sind allgegenwärtig.

 

Die Vergleichbarkeit  wird unterstrichen durch Bildprojektionen und Rezitationen, vorgetragen von Flüchtlingen und Zeit- zeugen des 2. Weltkrieges. Die Bearbeitung der Problematik mittels Musik, Literatur und visuellen Effekten, eröffnet neue Möglich- keiten der Sensibilisierung für eine integrative, pluralistische und humane Gesellschaft in unserer Region.

 

Tippetts A Child of Our Time ist eine Mahnung zu Toleranz, Humanität und Gerechtigkeit.

 


 

Das Konzertprojekt "A Child of Our Time" aktuell  in der Presse:

Baden online / Acher-Rench-Zeitung 30.06.2018

 

»A Child Of Our Time« heißt das Oratorium von Michael Tippett, das der Kammerchor Oberkirch derzeit einübt. Chorleiterin Dorothee Wiedmann  ist stolz darauf, dass das Projekt zum 30-jährigen Bestehen des Chores vom »Innovationsfond Kunst« gefördert wird.

Die Fester hoch oben in der Realschule in Oberkirch sind weit geöffnet. Es ist heiß an diesem Abend. Die vierzig Männer und Frauen in diesem Klassenzimmer, das als Proberaum genutzt werden darf, sind dennoch hoch konzentriert. Die Sitzordnung ist der jeweiligen Stimmlage angepasst. Die Aufmerksamkeit der Anwesenden gilt der Dame am Flügel, Dorothee Wiedmann.  »Schaut, hier müsst ihr aushalten, dort dürft ihr in die Tiefe gehen, Spannung erzeugen.« Sie deutet auf ein Notenblatt, eingefasst in ein dickes Buch. Der Titel: »A Child Of Our Time« – ein Kind unserer Zeit. 

Damit widmet sich der Kammerchor Oberkirch zu seinem 30-jährigen Jubiläum einem brisanten Thema und stellt sich auf die Seite bürgerlichen  Engagements für aktive Demokratie, Flüchtlingsintegration und gegen nationale Abschottung. 

Innovationsfond für Kunst

Dorothee Wiedmann hat die musikalische Leitung des gemischten Kammerchors Oberkirch inne, dem rund 55 Mitglieder im Alter von 17 bis 75 Jahren angehören. Mit dem aktuellen  Projekt sollen neue Wege beschritten werden. »Wir haben es hier nicht nur mit außergewöhnlicher Musik und mit einem sehr nahen und dichten Thema eines Oratoriums zu tun, durch die Konzeption an sich wird dieses Projekt des Kammerchors Oberkirch schon zu einem Abend, der sich vom konventionellen Konzert- und Chorbetrieb mit Sicherheit sehr abheben wird«, verspricht Wiedmann.

Der Chor hatte für das Oratorium von  Michael Tippett einen Antrag auf Projektförderung bei dem »Innovationsfond Kunst Baden-Württemberg« des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst gestellt. »Wir haben als eine der wenigen künstlerischen Laiengruppen das Interesse geweckt und bekommen neben großen Adressen wie dem Staatstheater Karlsruhe den vollen Förderzuschuss bewilligt«, freut sich die erste Vorsitzende des Kammerchors Oberkirch. »Wir wollen mit diesem Stück deutlich Stellung beziehen, wollen die Themen Vertreibung, Flucht, Terror durch die Musik und natürlich durch die Worte von Ursula Bengel und den Mitwirkenden unserem Publikum nahebringen.« 


 

Bach und Gospels
Ursula Bengel, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin, wird dieses musikalische Werk mit Rezitationen umrahmen. Sie wird dabei Flüchtlinge und Zeitzeugen des 2. Weltkrieges aus der Region zu Wort kommen lassen. Auch die Orchesterzusammensetzung zeigt die Diversität des Gesamtprojekts, ein Laienorchester mit  Musikern aus der Region, aus Frankreich und Teilen eines syrischen Flüchtlingsorchesters.

Das Oratorium des englischen Komponisten  Michael Tippett (1905–1998), entstanden in den Jahren 1939 bis 1941, bezieht sich auf den Titel des gleichnamigen Romans von Ödön von Hovarth, der 1938 erschien. Die großen Passionen von Johann Sebastian Bach,  Händels Messias, aber auch Gospel-Traditionen aus Amerika fließen in das Gesamtwerk Tippetts ein, und dieser nur kurze Besuch der Proben in einem Klassenzimmer lässt erahnen, dass hier ein schweres, gewaltiges und vor allem wichtiges Thema behandelt und musikalisch wertvoll aufbereitet wird. »Wir erinnern im historischen Kontext daran, dass viele Deutsche vor achtzig Jahren ebenso  verzweifelt im Ausland um Asyl bitten mussten, wie heute viele Menschen bei uns«, verweist Chorleiterin Wiedmann auf die gegenwärtige Flüchtlingssituation und -debatte. 
Die Aufführung ist für den 10. November 2018, dem 80. Jahrestag der  Reichspogromnacht, in Oberkirch vorgesehen.

 

 

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 Probenwochende 24. Juni 2017 Aula Hauptschule Oberkirch / Garten Familie Heinrich

 

                                                                                                Foto: Gabriele Wiedmann

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